Allgemeines zum Erdbeeranbau

 

Pflanzmaterial für einen gelungenen Anbau

Einer der Grundvoraussetzungen eines gelungenen Anbaus, ist die Auswahl des richtigen Pflanzenmaterials bzw. die Beachtung der Gegebenheiten.

Hier eine Kurzübersicht:

 

  • Grünpflanzen haben einen Pflanzzeitraum von Juli bis Anfang August und benötigen einen gewachsenen Boden oder Substrat. Der Vorteil von Grünpflanzen ist eine frühe Ernte mit bester Fruchtqualität.

 

  • Topfgrünpflanzen werden in einem Zeitraum von Juli bis August, auf möglichst gewachsenem Boden oder Substrat, gepflanzt. Ein Pluspunkt bei diesem Pflanztyp ist die schnelle Pflanzung im Substrat.

 

  • Bei den Frigopflanzen unterscheidet man vorab zwischen den unterschiedlichen Typen und Stärken (Rhizomdurchmesser). Der Pflanzentyp Frigo A und A- hat einen Pflanzzeitraum von März bis Juli, wohingegen man mit dem Typ Frigo A+ eine Terminkultur gestalten kann. Ein gewachsener Boden bzw. eine Substratkultur ist sehr zu empfehlen.

 

  • Wartebeetpflanzen sind ideal anzuwenden bei Gewächshaus-, Damm- und Terminkulturen. Die beste Bedingung für diesen Pflanzentyp ist ein gewachsener Boden bzw. Substrat. Hier sollte man besonders darauf achten einen Hitzestress zu vermeiden.

 

  • Traypflanzen sind sehr gut anwendbar für eine Terminkultur in Form von Tunnelanbau im Sommer und in Gewächshäusern. Zur Bodenkultur empfehlen wir Substrat.

 

  • Remontierende Sorten blühen und fruchten ununterbrochen über mehrere Monate in der Vegetationsperiode und sind unter anderem empfehlenswert für eine Substratkultur im Folientunnel sowie im Gewächshaus. Bei guter Planung gewährleisten sie einen fast ganzjährigen Anbau.

 

Anbaumethoden

 

Normalkultur/Bodenkultur

Für den traditionellen Erdbeeranbau eignen sich Frigopflanzen zum Ansetzen im Frühjahr, oder Grünpflanzen im August. Im ersten Jahr erreicht man noch keine Erträge, diese werden erst im anschließenden Jahr erzielt. Der gewünschte Erntezeitraum bzw. die Fruchtqualität wird unter anderem durch die Sortenauswahl beeinflusst.

 

Dammkultur

Die Dammkultur ist eine vertraute Anbauform, die in verschiedensten Abständen und Stärken ausgeführt werden kann. Diese Anbauform bringt zwar zusätzliche Kosten mit sich, im Gegensatz zur ebenerdigen Kultur, jedoch lohnt sich der Aufwand durch eine „kleine“ Reifeverfrühung, höheren Erträgen, bessere Fruchtqualität und weniger Krankheiten. Ebenso wird die Pflanze, auf einem sehr gut gelockerten und gleichmäßig feucht gehaltenen Boden kultiviert. Durch den Dammanbau wird die Erdbeerpflanze vor Vernässung geschützt, da diese gut ablaufen kann. Der Damm wird mit einer Dammfräse am Feld erstellt und mit einer schwarzen Mulchfolie abgedeckt. Anschließend werden in ihm Tropfleitungen verlegt, um eine stabile Wasser- und Nährstoffversorgung zu gewährleisten.

 

 

 

Terminkultur

Die Terminkultur ist besonders attraktiv im Erdbeeranbau, wenn man über einen längeren Zeitraum, Früchte einer Erdbeersorte in beständiger Qualität ernten möchte. Bei dieser Kulturausführung verwendet man starke Erdbeer-Frigo-Pflanzen oder Wartebeetpflanzen. Je nach Witterung vergehen vom Pflanzen bis zur Ernte etwa 7-9 Wochen. Das Setzen der Pflanzen wird mit zeitlichem Abstand (z.B. 14-tägig) durchgeführt, um eine lange Erntephase zu ermöglichen. In Österreich ist diese Anbaumethode nur für einen geschützten Anbau zu empfehlen und idealerweise in Kombination mit Schattierung oder Kühlung der Pflanzen.

 

Substratkultur

Die Substratkultur ist eine Spezialform des Erdbeeranbaus im Gewächshaus oder Tunnel. Ein Vorteil dieser Anbaumöglichkeit ist es, den Standort beliebig aussuchen zu können, sowie etliche Blatt- und Wurzelkrankheiten hiermit chancenlos sind. Die Erdbeersetzlinge werden in einem Stellagensystem in Substratsäcke oder-töpfe, oder direkt in Substratdämme gepflanzt. In dieser Kultur verwendet man oft sehr starke Tray-, Wartebeet oder Frigo A+ Pflanzen, womit höchste Erträge erreicht werden können.
Für eine Substratkultur ist eine Spezialberatung, für die Düngung und Kulturführung zwingend notwendig.

 

 

 

Standortwahl für den Anbau von Erdbeeren

Die wichtigsten Faktoren bei der Standortwahl sind die Bodenbeschaffenheiten, die Lage und die Pflanzengesundheit. Wenn möglich sollte der Boden eine lockere Struktur besitzen, um somit den Wasser- und Lufthaushalt gut regulieren zu können. Bei einer ausreichenden Nährstoffversorgung ist zu beachten, dass die Hauptmasse der Wurzeln in den oberen 20cm liegt und die Durchwurzelung bis zu 100cm in den Boden reichen kann. Zur Information kann eine Bodenuntersuchung bzw. Analyse der Vorkulturen sehr aussagekräftig sein. Eine Bodenverdichtung ist unbedingt zu vermeiden, da diese zu Ertragsdepressionen führt. Zu berücksichtigen gilt ebenfalls eine Vermeidung von Staunässe, da diese Krankheiten fördern kann und nach Möglichkeit sollten kein spätfrostgefährdeter Standort gewählt werden. Bei der Fruchtfolge werden als Vorfrucht Getreidesorten wie Weizen, Gerste und Mais empfohlen, wohingegen zum Beispiel Sorten wie Kartoffeln, Sonnenblumen oder Zuckerrüben vermieden werden sollten.

 

Pflanzenbedarf

Frigopflanzen 25.000 – 35.000 Pflanzen/ha
Grünpflanzen 40.000 – 55.000 Pflanzen/ha
Topfgrünpflanzen 40.000 – 55.000 Pflanzen/ha
Wartebeetpflanzen 60.000 – 90.000 Pflanzen/ha
Traypflanzen 60.000 – 90.000 Pflanzen/ha

 

Wichtige Informationen zur Handhabung und Auspflanzung

 
Frigopflanzen
Traypflanzen
Mini-Traypflanzen
Wartebeetpflanzen
Long-Cane-Pflanzen

Die oben angeführten Pflanzentypen werden, vor der Auslieferung bei -1°C bis -2°C in Winterruhe gelagert. Bevor diese zum Auspflanzen bereit sind, sollte man sie 1-2 Tage an einem kühlen und schattigen Ort auftauen lassen. Hier ist unbedingt zu beachten, dass die Pflanzen und Wurzeln noch keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, da diese ansonsten zu schwitzen beginnen.
Falls eine Auspflanzung aus anderen Gegebenheiten noch nicht ausführbar sein sollte, ist es möglich die Pflanzen bis ca. 1 Woche in einem dunklen, kühlen Raum zu lagern. Hier ist jedoch wichtig, dass die Pflanzen täglich kontrolliert werden, dass diese nicht austrocknen bzw. sich Kondenswasser und Schimmel bildet.

Topfgrünpflanzen

Falls eine Auspflanzung direkt nach dem Erhalt der Pflanzen nicht gleich möglich sein sollte, kann man die Pflanzen max. 1-2 Tage auf der Palette an einem schattigen, kühlen Ort lagern. Danach ist es wichtig, die Pflanzplatten, ebenfalls an einem kühlen Ort, aufzubreiten und diese zu gießen. Der Wurzelballen sollte immer feucht genug sein, damit die Pflanze nicht austrocknet und keine Schäden davonträgt.

Grünpflanzen

Wurzelnackte Grünpflanzen gehören nach dem Erhalt, so schnell als möglich ausgepflanzt. Je schneller die Auspflanzung erfolgt, desto geringer ist das Risiko für einen Pflanzausfall. Wichtig für eine gelungene Kultivierung bei Grünpflanzen ist, dass diese mindestens eine Woche lang, mehrmals täglich, nach dem Aussetzen gut beregnet werden. Die Blätter der Pflanze müssen durchgehend befeuchtet sein, um eine Austrocknung zu verhindern.